Frühjahrsmüdigkeit und Pflegejob - Was jetzt hilft

30. April 2023

Der Frühling ist endlich wieder da und mit ihm leider auch viele gähnende Gesichter. Denn: Etwa jeden zweiten von uns befällt trotz Sonnenschein und blühenden Wiesen die Frühjahrsmüdigkeit. Man fühlt sich müde, antriebslos, gereizt und leidet unter Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsproblemen. Auch depressive Verstimmungen können auftreten. Geht es Ihnen auch so? Dann haben wir ein paar Tipps gesammelt, wie Sie fitter durch den Frühling kommen. Denn auch wenn die Symptome von Frühjahrsmüdigkeit völlig harmlos sind und nach einer Weile von selbst wieder verschwinden, wollen Sie als Pflegekraft sicherlich auch jetzt Ihre Kund*innen mit guter Laune und ohne Kreislaufprobleme versorgen. 

Warum ist man im Frühjahr so müde?

 Die Ursachen von Frühjahrsmüdigkeit sind medizinisch noch nicht vollständig erforscht. Doch gibt es einige plausible Faktoren, die ihren Teil zu den Symptomen beitragen können. Da wären die starken Temperaturschwankungen, die uns vor allem der April jedes Jahr wieder beschert. Am Montag Schnee und zum Wochenende hin strahlend blauer Himmel - das nimmt den Körper mit. Denn während sich die Blutgefäße bei Kälte verengen, weiten sie sich bei Wärme wieder aus. Dadurch sinkt der Blutdruck, was bei manchen Menschen zu Schläfrigkeit und Schwindel führen kann. Auch in unserem Hormonhaushalt tut sich im Frühjahr einiges. Denn in den Frühlingsmonaten fährt der Körper die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin zurück und kurbelt dafür die Produktion des Glückshormons Serotonin an. Diese Umstellung ist wichtig, kann aber vorübergehend zu Erschöpfung und Trägheit führen. Wer zusätzlich an einer Pollenallergie leidet oder über den Winter einen Vitamin D-Mangel bekommen hat, kann auch davon müde werden. 

Was kann man gegen Frühjahrsmüdigkeit tun?

Auch wenn Frühjahrsmüdigkeit absolut ungefährlich ist, müssen Sie nicht alle Symptome einfach so hinnehmen. Wenn Sie ein paar Maßnahmen ergreifen, halten sich die negativen Auswirkungen in Grenzen. So können Sie privat wie beruflich in gewohnter Weise allen Erledigungen nachkommen.


  • Viel Bewegung: Spaziergänge oder Sport an der frischen Luft können Wunder wirken. Nicht nur macht Bewegung glücklich, auch nehmen wir über die Haut Vitamin D aus den Sonnenstrahlen auf. Das Sonnenvitamin ist wichtig für unser Wohlbefinden und unser Energielevel. Nach Möglichkeit sollten Sie zeitweise auf Ihre Sonnenbrille verzichten, da das Sonnenlicht auch über die Netzhaut aufgenommen werden muss, um Serotonin bilden zu können.
  • Gesunde Ernährung: Viel Wasser und ausreichend Vitamine helfen uns Sommer wie Winter dabei, gesund zu bleiben. Wer unter Frühjahrsmüdigkeit leidet, sollte besonders viel Obst und Gemüse essen. In einigen Obstsorten wie Äpfeln und Bananen ist sogar Serotonin in Spuren enthalten. Auch Getreideprodukte aus Vollkorn, Kartoffeln und Hülsenfrüchte sind förderlich. Fettige, salzige und süße Gerichte dagegen sollten eher die Ausnahme bleiben.
  • Kreislauf ankurbeln: Auch wenn es anfangs etwas unangenehm ist, können Wechselduschen oder Kneippsche Wechselbäder den Kreislauf unterstützen und den Blutdruck heben. Auch Saunabesuche sind bei Frühjahrsmüdigkeit empfehlenswert.
  • Guter Schlaf: Achten Sie besonders jetzt auf eine gute Schlafhygiene, indem Sie Mobilgeräte aus dem Schlafzimmer verbannen und den Raum gut lüften. In der Pflege ist es gerade bei Schichtarbeit wichtig, dass Sie sich vor dem Schlafengehen entspannen - ob mit einem wohltuenden Bad oder einem guten Buch. Ebenso hilft es, wenn Sie auch an freien Tagen immer zur selben Zeit aufstehen und schlafen gehen.


Übrigens sollte die Frühjahrsmüdigkeit nach spätestens vier Wochen wieder weg sein. Ansonsten sollten Sie ärztlich abklären lassen, ob hinter Ihrer Erschöpfung andere Gründe stecken. 

Mittagsschlaf ja oder nein?


Auch wenn es Ihnen schwerfällt, sollten Sie nicht der Versuchung eines Mittagsschlafs nachgeben. Denn dadurch würde Ihr Körper nur wieder mehr Melatonin produzieren und Serotonin verbrauchen. Bei Frühjahrsmüdigkeit mittags ein Nickerchen zu halten, ist also kontraproduktiv.

Fazit: Frühjahrsmüdigkeit geht vorbei

Frühjahrsmüdigkeit trifft viele Menschen. Gerade wenn man in der Pflege tätig ist, kann das eine große Belastung sein. Schließlich erfordert der Beruf viel Kraft und einen wachen Kopf. Der Wetterwechsel und Umstellungen im Hormonhaushalt kommen da nicht gerade recht - insbesondere, wenn ein geregelter Biorhythmus wegen Schichtarbeit ohnehin nur schwer einzuhalten ist. Doch lässt sich das Tief in den Frühlingsmonaten mit ein paar Maßnahmen lindern, bis es irgendwann pünktlich zum Sommer von selbst wieder verschwindet. Also: Gehen Sie nach draußen, essen Sie gesund, trinken Sie viel, schlafen Sie genug und drehen Sie vielleicht auch mal den Wasserhahn auf kalt - Ihr Körper wird es Ihnen danken.

Diesen Artikel teilen

24. Februar 2026
Es ist 14:30 Uhr. Sarah, Altenpflegerin in einem Hamburger Pflegeheim, sitzt im Dienstzimmer. Vor ihr: drei geöffnete Programme am PC. Sie dokumentiert gerade die Medikamentengabe von Herrn Schneider - zum dritten Mal. Einmal für die interne Qualitätssicherung, einmal für die Pflegekasse, einmal für den MDK-Nachweis. Gleiche Information, drei verschiedene Masken. Draußen klingelt es. Frau Müller braucht Hilfe beim Aufstehen. Sarah schließt frustriert den Laptop. Wieder keine Zeit für ein Gespräch. Solche Situationen sind in Pflegeheimen und ambulanten Diensten Alltag. Pflegekräfte verbringen einen großen Teil ihrer Arbeitszeit mit Verwaltungsaufgaben - Zeit, die am Bett fehlt. Genau hier setzt das neue Bürokratieentlastungsgesetz (BEEP) an, das 2026 in Kraft tritt.
24. Februar 2026
Selbstbestimmung wird oft wie ein Zusatz behandelt. Etwas, das möglich ist, wenn alles andere geregelt ist. Erst die Versorgung, dann – wenn es gut läuft – ein bisschen Mitbestimmung. Für viele Menschen mit Behinderung und Unterstützungsbedarf ist das eine Realität, die wenig mit ihrem Alltag zu tun hat. Denn Selbstbestimmung beginnt nicht am Ende eines Prozesses. Sie beginnt dort, wo Entscheidungen getroffen werden, wo Unterstützung organisiert wird und wo Alltag gestaltet wird. 2026 bringt keine neuen Grundrechte. Aber es stärkt Bedingungen, die Selbstbestimmung im Alltag realistischer machen. Leise, strukturell und ohne große Schlagzeilen.
24. Februar 2026
Michael sitzt am Küchentisch. Vor ihm: ein Stapel ungeöffneter Post. Bescheide von der Pflegekasse, Rechnungen vom Sanitätshaus, Anträge auf Hilfsmittel. Seine Mutter, 82 Jahre alt, hat seit drei Monaten Pflegegrad 3. Seitdem versucht er, Pflege und Beruf unter einen Hut zu bringen. Tagsüber arbeitet er, abends fährt er zu seiner Mutter. Wochenenden verbringt er mit Arztbesuchen und Papierkram. Heute hat er einen Anruf von der Pflegekasse verpasst. Es ging um einen Beratungsbesuch. Michael weiß nicht genau, was das ist, ob er muss oder ob er kann - und vor allem: wer ihm dabei helfen soll, den Alltag zu organisieren. Solche Situationen sind für pflegende Angehörige Alltag. Viele kennen Pflegeberatung nur als Pflichttermin, als Kontrolle. Dabei ist sie viel mehr: ein Instrument zur Orientierung, zur Entlastung, zur Prävention. Und genau diese Seite soll ab 2026 gestärkt werden.
1. Dezember 2025
Inklusion ist kein Extra - sie ist ein Menschenrecht
1. Dezember 2025
Selbstbestimmung leben - mit dem persönlichen Budget
15. Oktober 2025
Der "Curb-Cut-Effekt" zeigt, wie Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen einer viel größeren Bevölkerungsgruppe zugutekommen.
Taschenecne
15. Oktober 2025
Das Landespflegegeld Bayern ist eine Finanzleistung des Freistaats Bayern, die pflegebedürftigen Menschen zugutekommt.
15. Oktober 2025
Dieser Beitrag dient Ihnen als Leitfaden, um die ersten wichtigen Schritte in einem plötzlichen Pflegefall zu bewältigen.
24hPlegeraft
19. September 2025
Wir zeigen Ihnen, wie der Alltag als 24h-Pflegekraft aussieht und welche Eigenschaften man dafür braucht.
Weitere Beiträge