Ambulanter Betreuungsdienst - Liebevolle Begleitung im Alltag

30. März 2023

Pflegebedürftigkeit ruft in den Köpfen der meisten Menschen ein Bild hervor, das sich ganz klar auf körperliche Erkrankungen bezieht. Und sicher, die Versorgung von Wunden oder die Gabe von Medikamenten gehören zur pflegerischen Versorgung eindeutig dazu. Aber gleichzeitig entsteht für viele Betroffene auch ein erhöhter Betreuungsbedarf. Das gilt gerade dann, wenn sie weiterhin im eigenen Haushalt leben und viel alleine sind, weil Angehörige weiter weg wohnen oder vielleicht auch gar nicht vorhanden sind. Sie wünschen sich Gesellschaft und brauchen oft auch einfach Unterstützung im Haushalt. Seit Mai 2019 sind deshalb Betreuungsdienste als Leistungserbringer in der sozialen Pflegeversicherung zugelassen. Damit erhalten Pflegebedürftige eine größere Auswahl an Unterstützungsangeboten. Wir stellen Ihnen die ambulante Betreuung vor.

Was ist ambulante Betreuung?

Das Wörtchen ambulant bedeutet immer, dass die Dienstleistungen bei den Kundinnen und Kunden zuhause erbracht werden. Zu vereinbarten Zeiten bekommen Sie also Besuch von einer Betreuungskraft. Was genau Sie dann zusammen machen, liegt ganz bei Ihnen. Die Möglichkeiten in der ambulanten Betreuung reichen von Spaziergängen, Bastelarbeiten, Vorlesen, Brett- und Kartenspielen bis hin zu gemeinsamen Ausflügen ins Theater oder in den Zoo. Ebenso finden Sie Unterstützung bei der Gestaltung sozialer Kontakte. Auch wenn Sie einfach nur jemanden zum Reden brauchen oder sich nach einem Mittagessen in guter Gesellschaft sehnen, sind Sie bei einem ambulanten Betreuungsdienst an der richtigen Adresse. Darüber hinaus ist auch Unterstützung im Haushalt möglich. Haushaltshilfen kümmern sich um Ihre Wäsche, erledigen Einkäufe, reinigen die Wohnung, bereiten einfache Mahlzeiten zu, entsorgen den Müll und versorgen auch gerne Ihre Haustiere.



Ziel der ambulanten Betreuung ist es, Ihnen den Alltag in den eigenen vier Wänden zu erleichtern sowie pflegende Angehörige zu entlasten. Sie sollen eine sichere und komfortable Lebensumgebung haben und Ihre Selbstständigkeit soll weitestgehend erhalten bleiben. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie unsere Hilfe aufgrund von Alter, Krankheit oder Behinderung in Anspruch nehmen möchten.

Was ist der Unterschied zwischen Pflegedienst und Betreuungsdienst?

Ambulante Pflegedienste bieten in der Regel das gesamte Leistungsspektrum der häuslichen Pflege an. Dazu zählen zwar auch Betreuungsangebote, doch liegen die Kernkompetenzen vor allem in der körperbezogenen und medizinischen Pflege. Die Auslastung ist bei den meisten Anbietern alleine durch die pflegerische Versorgung ihrer Kund:innen gedeckt. Doch geht mit einer Pflegebedürftigkeit oft auch ein erhöhter Betreuungsbedarf einher. Ambulante Betreuungsdienste setzen genau hier an und ergänzen mit ihren Leistungen das Angebot ambulanter Pflegedienste.



Derzeit sind Betreuungsdienste leider noch nicht flächendeckend in Deutschland verfügbar und ihr Angebot auch schlichtweg weniger bekannt als das ambulanter Pflegedienste. Doch der Bedarf wächst und das Potenzial ist da, weshalb in den kommenden Jahren mit einem Zuwachs in der ambulanten Betreuung zu rechnen ist.

Hinweise zur Finanzierung

 

Leistungen ambulanter Betreuungsdienste werden ab Pflegegrad 2 als Pflegesachleistungen mit der Pflegekasse abgerechnet. Haben Sie Pflegegrad 1, müssen Sie die Kosten in der Regel privat tragen. Unabhängig von Ihrem Pflegegrad können Sie auch auf Ihren monatlichen Entlastungsbetrag von 125 Euro zurückgreifen.


Der benötigte Zeitaufwand für Betreuungsmaßnahmen ist schwer in ein festes Stundenraster einzuplanen. Das gilt insbesondere bei außerhäuslichen Aktivitäten, da z. B. auf dem Weg zum Supermarkt Wartezeiten im Stau dazukommen können. Das führt zu Schwankungen in der Höhe der verbrauchten Sachleistungen. Es ist daher sinnvoll, vor dem ersten Einsatz ein festes monatliches Stundenkontingent inkl. fixem Stundenlohn mit dem Betreuungsdienst zu vereinbaren.

Fazit: Begleitung im Alltag tut gut

Ambulante Betreuungsdienste begegnen dem erhöhten Betreuungsbedarf, der in vielen Fällen mit Pflegebedürftigkeit einhergeht. Während Pflegedienste sich um die medizinische und pflegerische Versorgung kümmern, bietet ambulante Betreuung Unterstützung im Alltag. Die konkreten Leistungen orientieren sich immer an Ihren Bedürfnissen und Wünschen. Ob Ihnen der Wocheneinkauf alleine zu beschwerlich wird oder Sie gerne mal wieder mit jemandem durchs Grüne spazieren gehen würden: Am besten kommen Sie einfach direkt auf uns zu und wir besprechen gemeinsam, wie wir Ihnen mit unserem Betreuungsangebot Gutes tun können. Gemeinsam finden wir für alles die richtige Lösung.

Diesen Artikel teilen

von Katrin Riebau 18. Mai 2026
Epileptischer Anfall: Was im Notfall wirklich hilft, welche Fehler vermieden werden sollten und wie Sie richtig reagieren.
18. Mai 2026
Sexualität und Behinderung: Warum das Thema oft tabu ist und wie Selbstbestimmung, Nähe und Unterstützung möglich werden.
18. Mai 2026
Irgendwann verändert sich etwas. Vielleicht ist es ein erster Moment der Unsicherheit. Eine vergessene Verabredung. Ein Sturz. Oder einfach das Gefühl, dass Dinge nicht mehr so selbstverständlich funktionieren wie früher. Und plötzlich steht eine neue Realität im Raum: Die eigenen Eltern brauchen Unterstützung. Für viele ist das ein Einschnitt, der sich nicht nur organisatorisch bemerkbar macht. Sondern vor allem emotional. Denn mit der Pflege der Eltern verändert sich oft auch die Beziehung.
18. Mai 2026
Die Frage, wie und wo man lebt, gehört zu den wichtigsten Entscheidungen im Leben. Für Menschen mit Behinderung ist sie oft mit zusätzlichen Überlegungen verbunden. Nicht, weil der Wunsch nach einem eigenen Zuhause anders ist. Sondern weil Rahmenbedingungen eine größere Rolle spielen. Wie viel Unterstützung wird benötigt? Wie selbstständig soll der Alltag gestaltet sein? Und welche Wohnform passt wirklich zur eigenen Situation? Die gute Nachricht: Es gibt heute mehr Möglichkeiten als früher. Und viele Wege führen zu einem selbstbestimmten Leben.
von Katrin Riebau 6. Mai 2026
Leichte Sprache im Alltag: Warum sie Verständnis schafft, Barrieren abbaut und für mehr Teilhabe im täglichen Leben sorgt.
6. Mai 2026
Grenzüberschreitungen in der Pflege erkennen: Wann Nähe zu viel wird und wie klare Grenzen im Alltag Sicherheit für alle schaffen.
von Katrin Riebau 6. Mai 2026
Der Wunsch, eine Ausbildung zu machen, ist für viele selbstverständlich. Für Menschen mit Behinderung ist der Weg dorthin oft komplexer. Nicht, weil die Motivation fehlt. Sondern weil Strukturen nicht immer passen. Das Budget für Ausbildung ist genau dafür gedacht: Es schafft Möglichkeiten, Ausbildung außerhalb klassischer Wege zu ermöglichen. Und es eröffnet Perspektiven, die vorher oft nicht greifbar waren.
6. Mai 2026
Neurodivergenz am Arbeitsplatz verstehen: Wie ADHS und Autismus Stärken sein können und welche Unterstützung im Arbeitsalltag hilft.
6. Mai 2026
Hilfsmittel im Alltag: Welche wirklich unterstützen und worauf es ankommt – für mehr Selbstständigkeit und Entlastung im täglichen Leben.
6. Mai 2026
Demenz im Alltag verstehen: Was wirklich hilft, wenn Orientierung schwindet – mit praktischen Tipps für mehr Sicherheit und Stabilität.
Weitere Beiträge