Demenzbetreuung - Wie das Leben mit dem Gedächtnisverlust ein wenig leichter wird

21. Dezember 2021

Unser Gedächtnis ist wie ein Tagebuch, das wir tagtäglich mit uns herumtragen. Hier sind all unsere Erinnerungen und unser Wissen, ja unsere ganze Lebensgeschichte, gespeichert. Stellen Sie sich vor, Sie könnten nicht mehr auf diese Datenbank zugreifen. So ergeht es Demenzkranken. Dabei geht der Gedächtnisverlust weit über nicht mehr auffindbare Schlüssel hinaus, wie das viele von uns kennen. Demenzsymptome sind vielmehr zunehmende Einbußen im kognitiven, emotionalen und sozialen Bereich bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen. Alltagskompetenzen nehmen ab und manch Betroffene bekommen plötzlich Angst vor den lauten Geräuschen der Kaffeemaschine oder erkennen ihre Liebsten nicht mehr. Dabei tritt Demenz in mehr als 50 verschiedenen Formen auf. Die meisten Betroffenen leiden an der Alzheimer-Krankheit gefolgt von der vaskulären Demenz. Allen Formen gemeinsam ist das rasche Absterben von Gehirnzellen, das die Gedächtnis- und andere Hirnleistungen beeinträchtigt.

Was ist gut für Demenzkranke?

Demenz mag eine heimtückische Erkrankung sein, doch sie bedeutet keineswegs das Ende aller Lebensfreude und Teilhabe. Besonders dann, wenn man im Umgang mit demenziell beeinträchtigten Personen ein paar Sachen beherzigt, kann man diesen ein wenig Last von den Schultern nehmen. Wichtig ist es vor allem, Demenzkranke und ihre auf Außenstehende teils irrational wirkenden Aussagen ernst zu nehmen. Keinesfalls sollten Betroffene auf Irrtümer hingewiesen werden, da sie das oft wütend macht und frustriert. Doch bei allen Bemühungen, Demenzkranken auf Augenhöhe zu begegnen, ist der Großteil aller Demenzformen nicht heilbar. Viele Betroffene benötigen zunehmend Hilfe bei der Alltagsbewältigung. Das ist für Angehörige auf Dauer jedoch zeitlich, organisatorisch und auch emotional nicht alleine zu leisten. An dieser Stelle greift das Angebot der Demenzbetreuung durch professionelle Dienstleister.

Was ist Demenzbetreuung?

Unter den Begriff der Demenzbetreuung fällt eine ganze Menge an Hilfestellungen für Demenzkranke. Speziell geschulte Betreuungskräfte kümmern sich um die hauswirtschaftliche Versorgung und die soziale Betreuung demenzkranker Personen. Gerade letzterer Bestandteil trägt wesentlich zum Wohlbefinden Betroffener bei. Denn das Bedürfnis nach Beschäftigung besteht auch bei einer Demenzerkrankung fort. Aktivierende Maßnahmen erzielen viele positive Effekte und erleichtern Betroffenen und ihren Angehörigen das Leben mit der Krankheit. So schützt die soziale Betreuung vor Einsamkeit, spendet Selbstvertrauen und strukturiert den Alltag. Die einzelnen Aktivitäten können außerdem noch vorhandene Fähigkeiten stabilisieren oder vertraute Handlungen reaktivieren. Damit hat Demenzbetreuung gewissermaßen auch einen therapeutischen Effekt. Wichtig ist es hierbei natürlich, das individuelle Demenzstadium und persönliche Interessen und Abneigungen zu berücksichtigen.

Welche Betreuungsangebote eignen sich für Menschen mit Demenz?

Im Rahmen der Demenzbetreuung kommen zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten zum Einsatz. Besonders bewährt haben sich Arbeiten, an deren Ende ein sichtbares Ergebnis steht. Beim Malen, Basteln, Kochen oder Backen halten Demenzkranke abschließend ihr selbst geschaffenes Werk in den Händen. Das gibt ihnen Zuversicht, noch etwas zu können. Auch bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten können Betroffene aktiv sein. So lässt sich beispielsweise das Sortieren der Wäsche mit einer Runde „Socken-Memory“ verknüpfen, sodass spielerisch das Gedächtnis trainiert wird. Einige Demenzkranke erinnern sich gern an früher. Für diese Erinnerungspflege bietet sich z. B. das gemeinsame Blättern in alten Fotoalben an. Darüber hinaus entfalten Aktivitäten im Freien eine entspannende Wirkung, gerade wenn Betroffene aufgebracht sind. Grundsätzlich kann über die körperliche Ebene viel bewirkt werden. Berührungen durch Massagen oder das Ertasten verschiedener Materialen sind bei Demenz essentiell. Auch musikalische Sinneserfahrungen stimmen Betroffene oft positiv. So rufen Lieder, die das eigene Leben begleitet haben, alte Erinnerungen hervor und können sogar bei Depressionen – einer häufigen Begleiterscheinung bei Demenz – helfen.

Fazit: Ein Plus an Lebensqualität durch Demenzbetreuung zu Hause

Gerade eine beginnende Demenz ist noch kein Grund, eine Person in einer stationären Pflegeeinrichtung unterzubringen. Denn gerade für Demenzkranke bedeuten die eigenen vier Wände Vertrautheit und Routine. Diese Umgebung sollte so lange wie möglich aufrechterhalten bleiben. Professionelle Demenzbetreuung ermöglicht dies bei einer gleichzeitigen Entlastung der Angehörigen. Auch bei der Sozialagentur Konkret bieten wir ambulante Demenzbetreuung zu Hause an. Sprechen Sie uns gerne an!

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