Arbeiten als 24h-Pflegekraft: Ein besonderer Job in der Pflege

19. September 2025

Die meisten Menschen möchten auch im Alter noch im eigenen Zuhause wohnen. Wer Pflege und Betreuung braucht, kann eine 24h-Pflegekraft einstellen. Diese kümmert sich aber nicht nur um die pflegerische Versorgung, sondern kann noch viele weitere Aufgaben übernehmen. Dazu lebt sie mit dem Menschen zusammen, den sie betreut. Dieser Pflegeberuf ist anspruchsvoll, aber auch sehr erfüllend. Wir zeigen Ihnen, wie der Alltag als 24h-Pflegekraft aussieht und welche Eigenschaften man dafür braucht.

Was macht eine 24h-Pflegekraft?

Eine 24h-Pflegekraft lebt im Haus der Person, die Hilfe braucht. Sie ist den ganzen Tag anwesend und hilft bei Bedarf. Die Pflegekraft ist also auch nachts im Haus und kann schnell reagieren, wenn etwas passiert. Das bedeutet aber nicht, dass die Pflegekraft rund um die Uhr arbeiten muss. Natürlich hat sie auch Ruhezeiten und Freizeit. Die wöchentliche Arbeitszeit liegt meist zwischen 35 und 40 Stunden.


Die Aufgaben in diesem besonderen Pflegeberuf sind sehr vielseitig. Generell orientiert sich die 24h-Pflege immer an den Bedürfnissen der Klientin bzw. des Klienten. Ziel ist es, vorhandene Fähigkeiten zu fördern und die Lebensqualität zu steigern. Zu den Aufgaben können gehören:



  • Grundpflege: Die Pflegekraft hilft bei der täglichen Körperpflege (waschen, duschen, Zähne putzen etc.). Sie unterstützt auch beim Aufstehen, Gehen und beim Transfer, zum Beispiel vom Bett in den Rollstuhl. Zur Grundpflege gehört auch Hilfe beim Essen und Trinken und beim Gang zur Toilette.
  • Hauswirtschaft: Die Pflegekraft kümmert sich auch um den Haushalt. Das heißt, sie kocht frische Mahlzeiten, geht einkaufen, putzt die Wohnung und wäscht die Kleidung. So bleibt das Zuhause sauber und gemütlich.
  • Betreuung: Wichtig ist in diesem Beruf auch eine motivierende Alltagsgestaltung. Die Pflegekraft leistet Gesellschaft, unterhält sich mit der pflegebedürftigen Person, liest vor oder spielt Spiele. Sie begleitet zu Arztterminen oder bei Freizeitaktivitäten.


Wichtig: Eine 24h-Pflegekraft führt keine medizinische Behandlungspflege durch. Denn das dürfen nur examinierte Pflegefachkräfte.

Wer kann als 24h-Pflegekraft arbeiten?

Die 24h-Pflege ist ein besonderer Job. Eine Ausbildung als Pflegefachkraft ist zwar nicht notwendig, aber der Beruf erfordert trotzdem gewisse Fähigkeiten:


  • Persönlichkeit: In der Pflege braucht man viel Mitgefühl und Geduld im Umgang mit anderen Menschen. Eine Pflegekraft sollte auch verantwortungsbewusst arbeiten und immer freundlich sein. Schließlich muss die pflegebedürftige Person sich darauf verlassen können, dass sie gut umsorgt wird.
  • Grundkenntnisse in der Pflege: Als 24h-Pflegekraft ist es wünschenswert, wenn man bereits Erfahrung in der Pflege oder anderen sozialen Berufen hat. Besonders wichtig ist das Wissen, wie man im Notfall Erste Hilfe leistet.
  • Gesundheit: Als Pflegekraft sollte man gesund sein. Denn die Aufgaben in der häuslichen Pflege können körperlich und emotional herausfordernd sein.
  • Sprachkenntnisse: Wer als Pflegekraft in Deutschland arbeitet, muss gut Deutsch sprechen. Viele Kräfte in der 24h-Pflege kommen aus Osteuropa. Sprachkenntnisse sind wichtig für die Verständigung und für eine vertrauensvolle Beziehung zur pflegebedürftigen Person.

Wie lebt man als 24h-Pflegekraft?

Die Arbeit als 24h-Pflegekraft ist anders als viele andere Jobs in der Pflege, da man nur eine pflegebedürftige Person betreut und mit dieser im selben Haus lebt. Das hat besondere Vorteile und auch Herausforderungen:


Vorteile des Jobs in der 24h-Pflege:


  • Enge Beziehung: Als 24h-Pflegekraft kann man eine tiefe und vertrauensvolle Beziehung zur pflegebedürftigen Person aufbauen. Das ist sehr erfüllend.
  • Vertraute Umgebung: Da man direkt im Zuhause des betreuten Menschen arbeitet, ist die Atmosphäre oft sehr persönlich und angenehm.
  • Flexible Tage: Im Rahmen der Arbeitszeiten lässt sich der Tag oft flexibler planen als in Pflegeheimen.
  • Kostenlos wohnen und essen: Die Pflegekraft wohnt und isst kostenlos im Haushalt der pflegebedürftigen Person. Das ist ein großer finanzieller Vorteil.


Herausforderungen des Jobs in der 24h-Pflege:


  • Anpassen an die Familie: Man lebt im Haus einer anderen Familie. Auch wenn eine 24h-Pflegekraft ein eigenes Zimmer bekommt, muss sie sich alle Gemeinschaftsräume teilen und sich den Regeln des Hauses anpassen.
  • Emotionen: Es ist manchmal schwer, die richtige Balance zwischen professioneller Distanz und menschlicher Nähe zu finden. Man muss professionell bleiben, aber auch nahbar sein.
  • Heimweh: Für Pflegekräfte, die aus dem Ausland kommen, kann es schwer sein, von der eigenen Familie und dem Heimatland getrennt zu sein.
  • Schwierige Situationen: Manchmal ist die Pflege schwer, zum Beispiel bei Krankheiten wie Demenz. Das kann emotional anstrengend sein und erfordert besondere Fähigkeiten.

Tipp: Kommunikation ist das A und O

Für ein gutes Arbeitsklima ist es wichtig, immer mit der jeweiligen Familie und der Agentur zu sprechen. So lassen sich Probleme schnell lösen und die Zusammenarbeit wird besser.

Fazit: Ein Job im Herzen des Zuhauses

Die häusliche Pflege wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger und 24h-Pflege ist gefragt. Die Arbeit als 24h-Pflegekraft ist ein anspruchsvoller und vielseitiger Pflegeberuf. Dafür braucht es viel Mitgefühl, Professionalität und die Fähigkeit, sich gut anzupassen. Aber dieser Job gibt auch ein gutes Gefühl und ist sehr wichtig für das Miteinander in unserer Gesellschaft. Bei der Sozialagentur Konkret vermitteln wir regelmäßig 24h-Pflegekräfte an Klientinnen und Klienten. Dabei achten wir besonders darauf, dass es zwischenmenschlich passt. Je Haushalt bilden wir individuelle Betreuungsteams, sodass sich die Pflegekräfte nach ca. 1-3 Monaten abwechseln. Getreu unserem Motto “Gemeinsam statt einsam” lässt sich so eine liebevolle und persönliche Betreuung sicherstellen.

Diesen Artikel teilen

von Katrin Riebau 18. Mai 2026
Epileptischer Anfall: Was im Notfall wirklich hilft, welche Fehler vermieden werden sollten und wie Sie richtig reagieren.
18. Mai 2026
Sexualität und Behinderung: Warum das Thema oft tabu ist und wie Selbstbestimmung, Nähe und Unterstützung möglich werden.
18. Mai 2026
Irgendwann verändert sich etwas. Vielleicht ist es ein erster Moment der Unsicherheit. Eine vergessene Verabredung. Ein Sturz. Oder einfach das Gefühl, dass Dinge nicht mehr so selbstverständlich funktionieren wie früher. Und plötzlich steht eine neue Realität im Raum: Die eigenen Eltern brauchen Unterstützung. Für viele ist das ein Einschnitt, der sich nicht nur organisatorisch bemerkbar macht. Sondern vor allem emotional. Denn mit der Pflege der Eltern verändert sich oft auch die Beziehung.
18. Mai 2026
Die Frage, wie und wo man lebt, gehört zu den wichtigsten Entscheidungen im Leben. Für Menschen mit Behinderung ist sie oft mit zusätzlichen Überlegungen verbunden. Nicht, weil der Wunsch nach einem eigenen Zuhause anders ist. Sondern weil Rahmenbedingungen eine größere Rolle spielen. Wie viel Unterstützung wird benötigt? Wie selbstständig soll der Alltag gestaltet sein? Und welche Wohnform passt wirklich zur eigenen Situation? Die gute Nachricht: Es gibt heute mehr Möglichkeiten als früher. Und viele Wege führen zu einem selbstbestimmten Leben.
von Katrin Riebau 6. Mai 2026
Leichte Sprache im Alltag: Warum sie Verständnis schafft, Barrieren abbaut und für mehr Teilhabe im täglichen Leben sorgt.
6. Mai 2026
Grenzüberschreitungen in der Pflege erkennen: Wann Nähe zu viel wird und wie klare Grenzen im Alltag Sicherheit für alle schaffen.
von Katrin Riebau 6. Mai 2026
Der Wunsch, eine Ausbildung zu machen, ist für viele selbstverständlich. Für Menschen mit Behinderung ist der Weg dorthin oft komplexer. Nicht, weil die Motivation fehlt. Sondern weil Strukturen nicht immer passen. Das Budget für Ausbildung ist genau dafür gedacht: Es schafft Möglichkeiten, Ausbildung außerhalb klassischer Wege zu ermöglichen. Und es eröffnet Perspektiven, die vorher oft nicht greifbar waren.
6. Mai 2026
Neurodivergenz am Arbeitsplatz verstehen: Wie ADHS und Autismus Stärken sein können und welche Unterstützung im Arbeitsalltag hilft.
6. Mai 2026
Hilfsmittel im Alltag: Welche wirklich unterstützen und worauf es ankommt – für mehr Selbstständigkeit und Entlastung im täglichen Leben.
6. Mai 2026
Demenz im Alltag verstehen: Was wirklich hilft, wenn Orientierung schwindet – mit praktischen Tipps für mehr Sicherheit und Stabilität.
Weitere Beiträge