Finanzierung von betreutem Urlaub: Was die Pflegekasse übernimmt
Urlaub tut gut – und will in Ruhe geplant sein. Wenn Pflege dazugehört, gehört die Frage nach den Kosten selbstverständlich dazu. Gut zu wissen, dass sich einige Leistungen der Pflegekasse auch im Urlaub nutzen lassen. Welche Leistungen das sind und wo die Grenze liegt, zeigt dieser Beitrag (Stand Juli 2026).
Was die Pflegekasse übernimmt – und was nicht
Zuerst das Wichtigste, weil es oft missverstanden wird: Ein eigenes Urlaubsbudget der Pflegekasse gibt es nicht. Die Pflegeversicherung finanziert die
Pflege und Betreuung, nicht die Reise selbst. Für Anreise, Unterkunft und Verpflegung kommt die Pflegekasse also nicht auf – diese Kosten tragen Sie wie bei jedem Urlaub selbst.
Was sich sehr wohl über die Pflegekasse abdecken lässt, ist die Unterstützung, die Sie unterwegs brauchen.
Für wen gelten diese Leistungen?
Alle hier genannten Leistungen setzen
häusliche Pflege voraus – die Person wird also zu Hause versorgt, in der eigenen Wohnung, bei Angehörigen oder in einer Wohngemeinschaft. Ob Angehörige pflegen, ein ambulanter Pflegedienst oder beide zusammen, spielt dabei keine Rolle.
Wer dauerhaft in einem Pflegeheim (vollstationär) lebt, kann diese Budgets in der Regel nicht für einen Urlaub nutzen.
Diese Leistungen lassen sich für die Betreuung nutzen
Für die Betreuung unterwegs gibt es mehrere Leistungen. Verhinderungs- und Kurzzeitpflege teilen sich ein Budget, die übrigen sind eigenständig – wichtig ist, sie nicht doppelt zu verplanen.
- Verhinderungs- und Kurzzeitpflege:
Für beide zusammen gibt es seit Juli 2025 einen gemeinsamen Topf: bis zu 3.539 Euro im Jahr, ab Pflegegrad 2.
Die Verhinderungspflege ist der Vertretungs-Fall. Sie springt ein, wenn die Person, die sonst pflegt – meist ein Angehöriger –, ausfällt. Dann bezahlt die Pflegekasse eine Ersatzkraft, die die gewohnte Betreuung übernimmt: waschen, anziehen, beim Bewegen helfen, durch den Tag begleiten. Im Urlaub gibt es dafür zwei Wege. Bleibt der Angehörige zu Hause und reist die pflegebedürftige Person mit einer Ersatzbetreuung, zahlt die Kasse diese Betreuung. Reist der Angehörige mit, kann er die Betreuung stundenweise abgeben, um selbst durchzuatmen – auch diese Stunden trägt die Verhinderungspflege.
Die Kurzzeitpflege dagegen meint einen zeitweisen Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung; für einen Urlaub passt sie nur, wenn dieser in einer zugelassenen Einrichtung stattfindet, meist in Deutschland. Weil beide aus demselben Topf zahlen, schrumpft mit jeder Nutzung der Rest. - Entlastungsbetrag:
131 Euro monatlich (ab Pflegegrad 1) – ein eigenständiges Budget. Es kommt zu den anderen Leistungen hinzu. Gedacht ist es für anerkannte Betreuungs- und Entlastungsleistungen, etwa stundenweise Unterstützung im Alltag oder die Begleitung bei Ausflügen – zu Hause wie unterwegs, also auch im Urlaub. Nicht genutzte Beträge lassen sich zudem über Monate ansparen. - Pflegegeld:
Das Pflegegeld läuft im Urlaub weiter – in welcher Höhe, hängt aber von der zusätzlichen Betreuung ab. Bleibt die Ersatzhilfe stundenweise (unter acht Stunden am Tag), wird es voll weitergezahlt. Nutzen Sie dagegen tageweise Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege, erhalten Sie für diese Tage nur die Hälfte. - Pflegesachleistungen:
Das ist Ihr reguläres monatliches Budget für einen zugelassenen Pflegedienst – etwas anderes als die zusätzlichen Jahresbudgets oben. Im Urlaub greift es nur, wenn am Urlaubsort ein zugelassener Pflegedienst die Pflege übernimmt.
Voraussetzungen und Fristen
Die früher verlangte sechsmonatige Vorpflegezeit für die Verhinderungspflege ist seit Juli 2025 entfallen – der Anspruch besteht sofort. Beantragt wird weiterhin die Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege, nicht der Jahresbetrag als solcher.
Ein Punkt, den viele übersehen: Nicht genutztes Budget verfällt zum Jahresende. Reichen Sie Belege und Rechnungen deshalb zeitnah bei der Pflegekasse ein, statt sie über Jahre zu sammeln.
Betreuter Aufenthalt auf Teneriffa
Vorab: Welche Leistungen in welcher Höhe zusammenkommen, ist immer eine
Frage des Einzelfalls – Pflegegrad, Betreuungssituation und das noch verfügbare Budget spielen zusammen. Wie sich ein solcher Urlaub gestalten lässt, zeigt unsere Kooperation mit dem
Kurhotel Mar y Sol auf Teneriffa. Das Haus ist barrierefrei: schwellenlose Bäder, Pools mit Lifter, Hilfsmittel vor Ort und ein ganzjährig mildes Klima. Die Reise und das Hotel buchen Sie selbst; wir – die Sozialagentur Konkret – sind der Pflege- und Betreuungsdienst an Ihrer Seite.
Wie viel Unterstützung Sie mitnehmen, entscheiden Sie: von der Begleitung auf Hin- und Rückflug über die pflegerische Versorgung bis zu stundenweiser Assistenz, damit auch Ausflüge möglich sind. Einen Teil dieser Betreuung können Sie über Verhinderungs- und Kurzzeitpflege finanzieren. Weitere Informationen dazu finden sie hier:
Pflegeurlaub auf Teneriffa.
Am einfachsten klärt sich vieles im Gespräch. Vereinbaren Sie gern ein unverbindliches, kostenloses Beratungsgespräch: Kontakt aufnehmen.













