Pflegedienst, Betreuungsdienst, Alltagsbegleitung: Wer macht eigentlich was?
Wer zum ersten Mal Unterstützung für zu Hause sucht, stößt schnell auf drei Begriffe: Pflegedienst, Betreuungsdienst, Alltagsbegleitung. Auf den Webseiten klingen sie ähnlich, die Leistungen überschneiden sich, und am Ende bleibt die Frage offen, wen Sie eigentlich anrufen sollen. Wer Ihnen wobei helfen kann, lesen Sie hier.
Der Pflegedienst: für alles, was am Körper stattfindet
Ein ambulanter Pflegedienst arbeitet unter der ständigen Verantwortung einer ausgebildeten Pflegefachperson. Das ist keine Formsache, sondern der Kern des Unterschieds: Nur so darf ein Dienst Leistungen erbringen, die pflegerisches Fachwissen erfordern.
Dazu gehört alles, was direkt am Körper stattfindet – Waschen, Ankleiden, Hilfe beim Aufstehen, Unterstützung beim Essen. Dazu kommen medizinische Aufgaben, die eine Ärztin oder ein Arzt verordnet hat: Wundversorgung, Medikamentengabe, Injektionen, Kompressionsverbände. Auch hauswirtschaftliche Hilfe und Betreuung kann ein Pflegedienst übernehmen.
Wenn also Behandlungspflege nötig ist oder die Körperpflege nicht mehr allein gelingt, unterstützt Sie der Pflegedienst.
Der Betreuungsdienst: für den Alltag drumherum
Betreuungsdienste sind seit Mai 2019 eine eigene Kategorie im Gesetz. Sie sind Pflegediensten rechtlich weitgehend gleichgestellt, mit einer entscheidenden Ausnahme: Körperbezogene Pflegemaßnahmen dürfen sie nicht erbringen.
Ihr Feld ist alles andere: die Stunden, in denen jemand da ist, ohne dass gepflegt wird. Der entscheidende Punkt: Weil Betreuungsdienste zugelassen sind, können sie diese Leistungen über die Pflegesachleistung abrechnen. Das unterscheidet sie von einer privat organisierten Hilfe.
Die Alltagsbegleitung: eine Tätigkeit, kein Anbietertyp
Hier entsteht die meiste Verwirrung. Alltagsbegleitung ist eine Tätigkeit, die von unterschiedlichen Stellen erbracht werden kann: von einem Pflegedienst, von einem Betreuungsdienst oder von einem eigens anerkannten Angebot zur Unterstützung im Alltag.
Für den Vergleich zählt vor allem eines: Medizinische Aufgaben sind ausgeschlossen. Was Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter im Einzelnen übernehmen und wie die Stunden abgerechnet werden, steht ausführlich im Beitrag zum Berufsbild der Alltagsbegleitung.
Wer übernimmt welche Aufgabe
- Behandlungspflege (Wunden, Medikamente, Injektionen): nur Pflegedienst
- Körperpflege (Waschen, Ankleiden, Lagern): Pflegedienst
- Betreuung und Beschäftigung: Pflegedienst, Betreuungsdienst oder Alltagsbegleitung
- Haushalt (Einkauf, Wäsche, Kochen): alle drei
- Begleitung zu Terminen: meist Betreuungsdienst oder Alltagsbegleitung
Kurz gefasst: Je näher die Aufgabe am Körper liegt, desto höher die nötige Qualifikation.
In der Praxis greifen die Angebote ineinander
Familien entscheiden sich selten für eines und gegen die anderen. Häufig kommt morgens der Pflegedienst für die Körperpflege, und zweimal die Woche eine Alltagsbegleitung für Gesellschaft und Hilfe im Haushalt.
Dazu kommt, dass viele Anbieter mehrere Rollen ausfüllen. Ein Dienst, der sowohl als Pflege- als auch als Betreuungsdienst zugelassen ist, kann beides aus einer Hand anbieten. Für Sie hat das einen praktischen Vorteil: Sie haben eine Ansprechperson statt drei, und die Abstimmung läuft intern.
Beim ersten Telefonat müssen Sie diese Einteilung nicht parat haben. Schildern Sie Ihre Situation und lassen Sie sich erklären, was der Dienst übernimmt und was wie abgerechnet werden kann.
Woran Sie sich orientieren können
Wenn Sie überlegen, welche Unterstützung passt, hilft ein Blick auf den Bedarf statt auf die Bezeichnungen. Geht es um medizinische Versorgung, brauchen Sie einen Pflegedienst. Geht es um Entlastung im Alltag und um Zeit, in der jemand da ist, kommen Betreuungsdienst und Alltagsbegleitung infrage.
Für eine externe Einschätzung gibt es mehrere Wege: u. a. den Pflegestützpunkt in Ihrer Region, den nächsten
Beratungsbesuch nach § 37.3 SGB XI bei Bezug von Pflegegeld
oder ein unverbindliches Gespräch mit einem ambulanten Dienst.
Die Entscheidung ist keine für immer. Wächst der Bedarf, lassen sich Leistungen aufstocken oder um einen weiteren Dienst ergänzen.
Unterstützung zu Hause im Raum Ulm und darüber hinaus
Die Sozialagentur Konkret begleitet Menschen in Baden-Württemberg und Bayern zu Hause – mit Pflege, Betreuung und Alltagsbegleitung. Für ein unverbindliches Gespräch sind wir jederzeit erreichbar. Den Beratungsbesuch nach § 37.3 SGB XI bieten wir im Raum Ulm an.













