Sommerhitze - Richtig abkühlen im Alter

19. Juni 2022

Es ist mal wieder soweit: Der Sommer ist da und die Temperaturen klettern schnurstracks nach oben. Viele jüngere Menschen freuen sich über das Sommerwetter und die langen Tage im Freibad, beim Sonnenbaden oder bei Grillabenden. Für Senior*innen dagegen ist mit Sommerhitze weitaus weniger zu spaßen. Langanhaltende Temperaturen über 30°C können zu einer richtigen Belastung und mitunter sogar zu einem gesundheitlichen Risiko werden – im schlimmsten Fall droht ein lebensgefährlicher Hitzschlag. Wir verraten Ihnen, was Sie tun können, um auch bei großer Hitze „cool” zu bleiben und den Sommer genießen zu können.

Warum verträgt man im Alter weniger Hitze?

Unser Körper verändert sich im Laufe des Lebens ständig. Eine der zahlreichen Veränderungen im Alter ist die Abnahme aktiver Schweißdrüsen. Das bedeutet, die Wärmeregulierung funktioniert bei älteren Menschen deutlich langsamer und schwächer als in jungen Jahren. Die zunehmend schlechtere Durchblutung im Alter erschwert die Wärmeabgabe über die Haut zusätzlich. Stärkere Temperaturschwankungen, längere Hitzeperioden und schwüle Tage werden da schnell zu einer Belastung. Zudem besitzt der Körper ein geringeres Gesamtvolumen an Flüssigkeit, sodass es bei einem hohen Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen schnell zu einem Mangel kommt. Verstärkt wird dieser Effekt dadurch, dass Senior*innen seltener Durst verspüren. Dehydration und Überhitzung stellen im Alter daher ernsthafte Gefahren dar. Auf ausreichend Abkühlung und Flüssigkeitszufuhr will also unbedingt geachtet werden.

Tipps und Tricks für ältere Menschen bei großer Hitze

Bevor wir Ihnen hilfreiche Tipps an die Hand geben, wie Sie sich bei Hitze richtig erfrischen, ein Hinweis vorab: Nicht jeder Ratschlag ist für jede Person sinnvoll. Sie selbst entscheiden, was Ihnen guttut. Beachten Sie außerdem eventuell vorhandene Vorerkrankungen. So sollten etwa Menschen mit Herzkrankheiten besonders vorsichtig bei schnellen und extremen Temperaturunterschieden sein. Halten Sie im Zweifelsfall immer Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

 

Nun wollen wir Ihnen wertvolle Hinweise zum richtigen Umgang mit heißen Temperaturen aber nicht länger vorenthalten:

 

  • Ausreichend trinken: Bei hochsommerlichen Temperaturen sollten Sie über den Tag verteilt zwischen zwei und drei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Greifen Sie dabei aber lieber auf lauwarme als auf eiskalte Getränke zurück. Denn der Körper benötigt zusätzliche Energie, um gekühlte Flüssigkeit zu verarbeiten. Durch starkes Schwitzen und vermehrtes Wasserlassen verlieren Sie an heißen Tagen außerdem viel Natrium. Um diesen Verlust auszugleichen, eignet sich Wasser hervorragend. Alternativ können Sie auch ungesüßte Kräuter- und Früchtetees oder verdünnte Saft- und Obstschorlen zu sich nehmen. Koffeinhaltige und alkoholische Getränke dagegen sollten Sie allenfalls in Maßen bzw. verdünnt genießen. Denn sie weiten die Gefäße und begünstigen Kreislaufprobleme.

 

  • Leicht essen: Bei hochsommerlichen Temperaturen können Sie auch mit dem richtigen Essen viel bewirken. Nehmen Sie lieber mehrere kleine Mahlzeiten zu sich als drei große. Verzichten Sie auf fettiges Essen, das schwer im Magen liegt. Stattdessen eignet sich leichte Kost wie Salat, Obst und Gemüse. Mit einer Suppe versorgen Sie Ihren Körper nicht nur mit Flüssigkeit, sondern gleichen wiederum den Mineralstoffverlust durch das Schwitzen aus.

 

  • Sonnenschutz und luftige Kleidung: Wir alle genießen und brauchen die Sonne. Doch ihre Strahlung ist gefährlich. Wenn Sie also ins Freie gehen, schützen Sie unbedingt Ihre Haut mit Sonnencreme, auch im Schatten.Tragen Sie außerdem eine Kopfbedeckung. Als sonnengerechte Kleidung empfehlen sich Naturstoffe wie Viskose oder Baumwolle und luftige Schnitte, sodass ein angenehmer Luftzug zwischen Körper und Stoff entsteht. Wählen Sie außerdem möglichst helle Kleidung, da diese das Sonnenlicht reflektiert und sich somit weniger aufheizt als dunkle Stoffe.

 

  • Wohnung kühlen: Um Ihre Wohnung zu kühlen, sollten Sie die Fenster bei hochsommerlichen Außentemperaturen tagsüber geschlossen halten und bestenfalls abdunkeln. Lüften können Sie am besten nachts oder in den frühen Morgenstunden. Öffnen Sie dazu möglichst alle Fenster gleichzeitig, sodass die frische Luft besonders schnell in alle Räume gelangt. Bei Temperaturen bis zu 35°C können Sie auch einen Ventilator einsetzen. Richten Sie den Luftstrom aber nicht direkt auf sich selbst, um keine Sommererkältung zu riskieren.

 

  • Körper kühlen: Der menschliche Körper kann im Alter Wärme schlechter nach außen abgeben. Daher sind äußerliche Wasseranwendungen wichtig, um Ihren Körper aktiv abzukühlen. Legen Sie beispielsweise kühle Umschläge auf Arme, Beine, Stirn oder Nacken und benutzen Sie kühlende Lotionen und Sprays. Natürlich schaffen auch Duschen und Wannenbäder Erfrischung. Stellen Sie das Wasser aber nicht zu kalt ein, da es sonst zu Kreislaufproblemen kommen kann.

Fazit: Der Sommer lässt sich auch im Alter noch genießen

Wenn die Sonne scheint, hebt sich auch die Laune. Mit ein paar Ratschlägen bleibt das auch mit zunehmendem Alter so. Dabei gilt: Vorbereitung ist die halbe Miete. Am besten informieren Sie sich immer im Voraus über anstehende Hitzewellen, beispielsweise mit der Hitzewarnkarte des Deutschen Wetterdienstes. So können Sie sich auf heiße Temperaturen einstellen und mit unseren Tipps entsprechende Vorkehrungen treffen. Und denken Sie daran: Jede Hitzewelle geht einmal vorbei. Bis dahin wünschen wir Ihnen entspannte und gut gekühlte Sommertage!

Diesen Artikel teilen

Fragezeichen aus Tabletten – Sinnbild für die Frage, wer welche Pflegeaufgaben übernehmen darf.
24. Juli 2026
Pflegedienst, Betreuungsdienst, Alltagsbegleitung: Wer welche Aufgaben übernehmen darf, wo die gesetzlichen Grenzen liegen und wie abgerechnet wird.
Mehrere Blisterpackungen mit Tabletten und Kapseln in verschiedenen Farben auf hellem Untergrund
24. Juli 2026
Welche Arzneimittel und Dokumente in die Reiseapotheke bei Behinderung gehören – und wie Sie sich auf einen Notfall im Ausland vorbereiten.
Erschöpfte Frau am Tisch, Brille in der Hand, Augen geschlossen.
23. Juli 2026
Auch wenn die Pflege organisiert ist, kann die Kraft nachlassen. Anzeichen von Erschöpfung, Wege zur Entlastung und die passenden Anlaufstellen.
Person macht am Bett einer älteren Person Notizen auf einem Klemmbrett.
23. Juli 2026
Pflegegrad erhöhen: Wann sich eine Höherstufung lohnt, den Antrag stellen, was bei der Begutachtung zählt und welche Fristen gelten.
Ältere Frau hilft einem älteren Mann auf dem Sofa mit dem Schal, beide lächeln sich an.
22. Juli 2026
Beratungsbesuch, Pflegeberatung, Begutachtung: drei Begriffe, die oft verwechselt werden. Was sie unterscheidet – kurz und klar erklärt.
Älterer Mann sitzt am Tisch mit Smartphone in der Hand und blickt auf einen aufgeklappten Laptop.
22. Juli 2026
Beratungsbesuch nach § 37.3 per Video: Wann die digitale Beratung möglich ist, wie sie abläuft, was Sie technisch brauchen und wo ihre Grenzen liegen.
Papier-Sprechblasen mit Fragezeichen und eine schreibende Hand mit Notizbuch.
22. Juli 2026
Beratungsbesuch vorbereiten: Welche Unterlagen Sie bereitlegen und welche Fragen zu Hilfsmitteln, Entlastung und Zuschüssen sich beim Termin wirklich lohnen.
Mehrere ineinandergesteckte Euro-Geldscheine, darunter ein 20- und ein 5-Euro-Schein, auf einer hell
22. Juli 2026
Beratungsbesuch versäumt? So kürzt die Pflegekasse das Pflegegeld – mit Fristen, Nachholung und wie Sie die Kürzung rückgängig machen.
Lächelnde Frau mit lockigem dunklem Haar, die seitlich nach oben blickt
17. Juli 2026
Wie bleiben Sie in der Wechselschicht gesund? Was bei Schlaf, Ernährung, sozialem Leben und Schichtplanung in Pflege und Behindertenhilfe hilft – im Überblick.
Ältere Frau sitzt lächelnd in einem Sessel und spricht mit einer vor ihr stehenden Person in einem w
16. Juli 2026
Beratungsbesuch nach § 37.3 SGB XI: Wer ihn braucht, wie oft er Pflicht ist, wie er abläuft und was bei Versäumnis droht – verständlich für Angehörige.
Weitere Beiträge