Barrierefrei Wohnen - Tipps für Haus und Wohnung

30. April 2023

Zuhause ist es doch am schönsten. Auch ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung wollen verständlicherweise in den eigenen vier Wänden wohnen. Doch gerade körperliche Einschränkungen lassen gewisse Anforderungen an Wohnräume aufkommen. Die Wohngestaltung muss sich an die Bedürfnisse der Bewohnerin bzw. des Bewohners anpassen, so viel ist klar. Nur dann ist komfortables und sicheres Wohnen möglich. Vielleicht stehen auch Sie gerade vor der Frage, wie Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung barrierefrei gestalten können? Wir wollen Ihnen einen ersten Einblick geben.

Was versteht man unter barrierefreiem Wohnen?

Unter dem Begriff barrierefrei versteht man ganz grundsätzlich, dass ein Ort ohne Hindernisse nutzbar ist. Barrierefreies Wohnen heißt also, dass ein Wohnraum sowie die Gegenstände darin auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen bequem erreichbar und nutzbar sind. Für sie bedeutet das, dass sie eigenständig in ihrem Wohnumfeld leben und sich sicher fühlen können. Sie sind weniger auf die Hilfe anderer angewiesen und gewinnen ein Stück Selbstständigkeit zurück. Dadurch werden natürlich auch Angehörige entlastet. Kurz gesagt gibt barrierefreies Wohnen Betroffenen ein großes Plus an Lebensqualität.

Küche, Bad und Co.: So wird jeder Raum barrierefrei

Jede Räumlichkeit erfordert und bietet andere Maßnahmen für einen barrierefreien Umbau. Folgend eine Übersicht mit den wichtigsten Aspekten:


  • Eingangsbereich: Stufen vor der Haustür oder Schwellen zur Terrasse können Sie mithilfe spezieller Rollstuhlrampen überwinden. Bei einem sehr großen Höhenunterschied kann auch ein Hublift die perfekte Lösung sein.
  • Küche: Sämtliche Küchengeräte und Arbeitsflächen sollten leicht zu erreichen sein. Ausziehbare Küchenfronten, höhenverstellbare Oberschränke und unterfahrbare Arbeitsplatten sind ideal.
  • Bad: Besonders im Badezimmer ist ausreichend Bewegungsfläche wichtig. Eine ebenerdige Duschkabine mit Sitzfläche bietet Komfort, Haltegriffe sorgen auch am WC für Sicherheit. Das Waschbecken sollte mit einem Rollstuhl oder Rollator unterfahrbar sein.
  • Wohnräume: Für mehr Barrierefreiheit kann die Raumgeometrie verbessert werden. Dazu können Türdurchgänge verbreitert, Schwellen abgebaut und der Raumzuschnitt geändert werden.
  • Treppen: Treppen werden dank durchgängiger Handläufe, Anti-Rutsch-Belägen und ausreichender Ausleuchtung sicherer. Auch tragen insbesondere Liftsysteme zu einem gefahrlosen Etagenwechsel bei. 


Neben solchen Umbaumaßnahmen heißt barrierefreies Wohnen auch, sich entsprechend einzurichten. Die einzelnen Räume sollten nicht zu voll und Alltagsgegenstände gut erreichbar sein. Möbel brauchen einen festen Stand, damit man sich darauf abstützen kann. Stolperfallen dagegen gehören unbedingt vermieden. Teppiche sollten am besten fest verlegt und Kabel in Kabelschächten verstaut sein. Auch eine gute Beleuchtung, idealerweise mit Bewegungsmelder, erhöht die Sicherheit

Wird barrierefreies (Um-)Bauen gefördert?

Wer seine Wohnung altersgerecht oder behindertengerecht umbauen möchte, stellt sich natürlich auch die Frage der Finanzierung. Glücklicherweise gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten. Je nach Ihrer konkreten Situation können Sie Zuschüsse von verschiedenen Kostenträgern erhalten. Dazu gehören etwa die Pflegekasse, die Krankenkasse oder Landesförderprogramme. Einen Überblick mit weiteren Informationen finden Sie hier.

 

Auch gut zu wissen: Grundsätzlich darf jeder sein Wohnumfeld barrierefrei gestalten. Wenn Sie zur Miete wohnen, müssen Sie für Veränderungen an der Bausubstanz (z. B. bei einem Umbau des Badezimmers) aber natürlich zunächst die Zustimmung Ihres Vermieters einholen. Für kleinere Maßnahmen benötigen Sie dagegen keine Genehmigung.

Wichtig: Achten Sie auf den Begriff barrierefrei


Der Begriff „barrierefrei“ ist in § 4 BGG definiert und die Kriterien für Barrierefreiheit in der DIN-Norm 18040-2 festgelegt. In manchen Planungsunterlagen von Architekten oder Bauunternehmen können Sie dagegen von „barrierearmen“ oder „barrierereduzierten“ Wohnräumen lesen. Auch wenn solche Maßnahmen in der Realität meist ausreichen, sind diese Begriffe nicht geschützt. Im Hinblick auf Fördermaßnahmen sollten Sie daher auf die genaue Formulierung achten, um sich finanzielle Unterstützung zu sichern.

Fazit: Wohnen ohne Hindernisse

Das eigene Zuhause ist ein Ort des Rückzugs und ein Ort des Wohlfühlens. Über Jahre oder gar Jahrzehnte bauen wir hier unser Leben auf. Dabei wollen wir uns natürlich immer sicher fühlen. Im Alter oder mit einer Behinderung kann das schnell ein paar Umbaumaßnahmen und eine Neugestaltung des Wohnraums erfordern. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Haus und Wohnung auch dann noch den nötigen Komfort bieten. Wir hoffen, Ihnen einen ersten Einblick rund um barrierefreies Wohnen gegeben zu haben und sind bei Fragen gerne für Sie da.

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