Beratungsbesuch per Video: Wie die digitale Beratung funktioniert
Viele gehen davon aus, dass beim Beratungsbesuch immer jemand ins Haus kommt. Das stimmt so nicht mehr: Ein Teil der Termine darf inzwischen per Video stattfinden. Was das bedeutet und wann es geht, lesen Sie hier.
Stand: Juli 2026
Wann der Beratungsbesuch per Video möglich ist
Nicht jeder Termin darf digital laufen. Die Regel ist einfach: Die erste Beratung findet immer persönlich in der Wohnung statt. Danach kann jeder zweite Termin auf Wunsch per Videokonferenz erfolgen – der jeweils andere wieder vor Ort. Ob Sie die Video-Variante nutzen, entscheiden Sie selbst; ein Zwang besteht nicht.
Wichtig zu wissen: Die Video-Möglichkeit ist derzeit befristet. Sie gilt bis zum 31. März 2027. Ob sie darüber hinaus bestehen bleibt, ist noch nicht entschieden – das wird gerade geprüft. Für den Moment können Sie die digitale Beratung also nutzen, sollten die Frist aber im Blick behalten.
Für wen sich die Video-Variante lohnt
Der digitale Termin ist vor allem dann hilfreich, wenn ein Vor-Ort-Besuch schwer zu organisieren ist. Einige Beispiele:
- Angehörige, die weit entfernt wohnen und trotzdem beim Gespräch dabei sein möchten
- Ländliche Regionen, in denen ein Hausbesuch längere Anfahrten bedeutet
- Enge Zeitpläne, wenn Beruf und Pflege ohnehin schwer zusammenpassen
Wer den persönlichen Kontakt bevorzugt, bleibt bei der Beratung vor Ort. Beide Wege sind gleichwertig – es geht allein darum, was für Ihre Situation besser passt.
Was Sie technisch brauchen
Die Technik hält sich in Grenzen. Es genügt ein Gerät mit Kamera und Mikrofon – ein Tablet, ein Computer oder ein Smartphone – und eine stabile Internetverbindung. Der Anbieter schickt Ihnen in der Regel vorab einen Link, den Sie zum Termin nur anzuklicken brauchen. Spezielle Programme oder technisches Vorwissen sind nicht nötig.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Ausstattung reicht, fragen Sie bei der Terminvereinbarung nach. Oft lässt sich vorab kurz testen, ob Bild und Ton funktionieren.
Wie der Termin abläuft
Inhaltlich unterscheidet sich der Video-Termin kaum vom Besuch vor Ort. Die Pflegefachkraft erfasst die wichtigsten Angaben, verschafft sich ein Bild von der Pflegesituation und beantwortet Ihre Fragen. Auch Hinweise auf Hilfsmittel, Entlastungsangebote oder die ergänzende Pflegeberatung nach § 7a haben hier ihren Platz.
Am Ende wird der Nachweis erstellt und an die Pflegekasse übermittelt – genau wie beim Termin vor Ort. Für Sie ändert sich am Ergebnis nichts.
Wo die Grenzen liegen
Der Bildschirm hat einen blinden Fleck: Was die Fachkraft nicht sieht, kann sie schwerer einschätzen. Geht es um Stolperfallen in der Wohnung, um einen möglichen Umbau oder um Hilfsmittel, die vor Ort ausprobiert werden sollten, ist der persönliche Besuch die bessere Wahl. Deshalb ist die Erstberatung auch bewusst vor Ort vorgesehen.
Sehen Sie die Video-Variante also als das, was sie ist: eine praktische Option für den Alltag, kein vollständiger Ersatz für den Besuch zu Hause.
Was der Video-Termin kostet
Wie beim Besuch vor Ort ist die Beratung für Sie kostenfrei. Die Kosten trägt die Pflegekasse, bei privat Versicherten das jeweilige Versicherungsunternehmen. Ob vor Ort oder digital, macht dabei keinen Unterschied.
Am Ende zählt, dass die Beratung stattfindet – auf dem Weg, der zu Ihnen passt. Für viele Familien nimmt die Video-Variante etwas Druck aus der Terminplanung. Wo ein prüfender Blick in die Wohnung wichtig ist, bleibt der Besuch vor Ort die bessere Wahl.
Wenn bei Ihnen ein Beratungsbesuch ansteht, ist die Sozialagentur Konkret für Sie da: Wir führen ihn kostenfrei durch – bei Ihnen zu Hause oder, wo möglich, per Video. Melden Sie sich gern über unsere Seite zum Beratungsbesuch.
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