Beratungsbesuch vorbereiten: 7 Fragen für den Termin
Wir kennen das alle: Kaum ist ein Termin vorbei, tauchen die Fragen auf, die wir eigentlich hätten stellen wollen. Ganz vermeiden lässt sich das nie – aber mit ein paar Minuten Vorbereitung lässt es sich deutlich reduzieren. Gerade beim Beratungsbesuch lohnt sich das.
Stand: Juli 2026
Warum sich Vorbereitung lohnt
Ein Beratungsbesuch dauert meist zwischen 20 und 45 Minuten – genug Zeit für das Wesentliche. Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Fragen einzubringen, denn Sie wissen am besten, welche Themen für Ihren Alltag relevant sind.
Das Gute ist: Den bürokratischen Teil müssen Sie weder vor- noch nachbereiten. Nachweis und Kommunikation mit der Pflegekasse übernimmt der Anbieter des Beratungsbesuchs. Sie selbst brauchen nur Ihre Fragen zu sammeln und ein paar Unterlagen herzurichten.
Was Sie bereitlegen sollten
Ein paar Unterlagen helfen der Fachkraft, sich schnell ein Bild zu machen:
- Pflegegrad-Bescheid: zeigt den aktuellen Pflegegrad und das Datum
- Nachweis des letzten Beratungsbesuchs: falls vorhanden, für die Fristen
- Medikamentenliste: was regelmäßig eingenommen wird
- Notizzettel mit Fragen: damit im Gespräch nichts untergeht
Mehr braucht es nicht. Die Unterlagen geben den Rahmen, Ihre Schilderung füllt ihn: Erzählen Sie offen, wo es im Alltag klemmt.
Gute Fragen für den Beratungsbesuch
Ob praktische Tipps, Entlastung oder finanzielle Unterstützung – all das können Sie beim Termin ansprechen. Einige Beispiele zur Orientierung:
- „Welche Hilfsmittel würden uns den Alltag erleichtern?“
Von Pflegebett bis Rollator – manches wird von der Kranken- oder Pflegekasse übernommen. - „Bekommen wir zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel?“
Dinge wie Einmalhandschuhe oder Bettschutzeinlagen werden mit bis zu 42 Euro im Monat bezuschusst. - „Steht uns der Entlastungsbetrag zu, und wie nutzen wir ihn?“
131 Euro monatlich, die viele ungenutzt lassen, weil sie den Weg zur Abrechnung nicht kennen. - „Lohnt sich ein Umbau in der Wohnung?“
Für Maßnahmen wie eine bodengleiche Dusche oder Haltegriffe gibt es bis zu 4.180 Euro je Maßnahme – wichtig: vor Beginn beantragen. - „Wer entlastet uns, wenn die Pflegeperson selbst ausfällt?“
Stichworte Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. - „Sollten wir über eine Höherstufung nachdenken?“
Wenn der Pflegeaufwand gestiegen ist, kann sich ein Antrag lohnen. - „Wo bekommen wir darüber hinaus Beratung?“
Die Fachkraft kann auf die umfassende Pflegeberatung nach § 7a und auf Pflegekurse hinweisen.
Suchen Sie sich die für Sie passenden Fragen heraus und ergänzen Sie sie durch Ihre eigenen.
Mitschreiben lohnt sich
Was im Gespräch besprochen wird, kann schnell wieder vergessen werden – gerade wenn ohnehin viel zu organisieren ist oder Sie etwas nervös sind. Daher empfehlen wir Ihnen: Machen Sie sich während des Termins Notizen und bitten Sie um eine Kopie des Nachweises, auf dem Empfehlungen vermerkt sind. So können Sie in Ruhe nachlesen, was besprochen wurde.
Pflege verändert sich mit der Zeit, und mit ihr die Fragen. Deshalb ist es kein Problem, wenn Ihnen erst nach dem Termin etwas einfällt: Der nächste Besuch kommt, und bis dahin sind die Pflegekasse oder eine Beratungsstelle für Sie da. Wichtig ist nur, die Fragen überhaupt zu stellen – dann wird aus dem Pflichttermin nach und nach eine echte Unterstützung.
Übrigens: Die Sozialagentur Konkret führt Beratungsbesuche selbst durch – kostenfrei, bei Ihnen zu Hause oder per Video. Wenn bei Ihnen ein Termin ansteht, melden Sie sich gern über unsere Seite zum Beratungsbesuch.
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