Kein Tag wie der andere: der Arbeitsalltag in der persönlichen Assistenz
Ein Büro, ein Supermarkt, eine Physiopraxis, ein Wohnzimmer, vielleicht ein Konzertsaal. Der Arbeitsplatz einer persönlichen Assistenz kann im Laufe eines Tages mehrfach wechseln – weil er dorthin führt, wo
das Leben des begleiteten Menschen stattfindet.
Diese Vielfalt lässt sich in einer Stellenanzeige kaum einfangen. Wenn Sie überlegen, als persönliche Assistenz einzusteigen – vielleicht aus einem ganz anderen Beruf heraus –, sagt ein typischer Tag mehr als jede Aufgabenliste.
Der Tag richtet sich nach einem Menschen, nicht nach einem Dienstplan im Minutentakt
Der große Unterschied zur Arbeit in einem Pflegeheim oder in der ambulanten Pflege: Sie sind für einen Menschen da, nicht für viele nacheinander. Der Ablauf Ihres Tages folgt dem Leben dieses Menschen. Was ansteht, entscheidet er oder sie – Sie setzen es um. In der Behindertenhilfe gilt sinngemäß das Bild:
Der Mensch mit Behinderung gibt vor, was geschehen soll, die Assistenz übernimmt die Handgriffe, die ihm selbst nicht möglich sind.
Das macht die Tage abwechslungsreich, aber nicht beliebig. Es gibt einen Rhythmus, oft rund um Morgen- und Abendroutinen, dazwischen liegt, was der Alltag eben mit sich bringt: Arbeit, Termine, Einkäufe, Freizeit.
Ein möglicher Vormittag
Der Mensch, den Sie begleiten, ist berufstätig und lebt mit einer Erkrankung, die ihm manche Handgriffe schwer oder unmöglich macht. Der Dienst beginnt morgens bei ihm zu Hause: Sie unterstützen beim Aufstehen und im Bad, danach richten Sie zusammen das Frühstück.
Dann brechen Sie gemeinsam zu seiner Arbeitsstelle auf. Vor Ort springen Sie dort ein, wo er nicht allein weiterkommt – Sie reichen etwas an, halten etwas fest, notieren mit. Seine Aufgaben erledigt er selbst. Bei einem anderen Menschen wäre es statt des Büros die Hochschule, die Schule oder schlicht der eigene Haushalt.
Nachmittag und Freizeit
Nachmittags verschiebt sich der Schwerpunkt oft ins Private. Sie begleiten zum Einkauf, zu einem Arzttermin oder zur Physiotherapie, kochen mit oder erledigen Aufgaben im Haushalt. Genauso gehört Freizeit dazu: ein Café, ein Konzert, ein Ausflug, ein Treffen mit Freunden. Auch hier gilt, dass die Person entscheidet, was sie unternehmen möchte, und Sie das begleiten und möglich machen.
Kein Tag gleicht dabei dem anderen – und doch werden Ihnen viele Abläufe schnell vertraut, weil Sie dieselbe Person über längere Zeit begleiten.
Was Sie mitbringen sollten – und was nicht
Ob Sie eine Ausbildung mitbringen, Vorerfahrung aus einem ganz anderen Beruf oder weder noch – willkommen sind Sie in jedem Fall. Eine pflegerische oder soziale Ausbildung ist keine Voraussetzung. In die konkreten Aufgaben werden Sie vor Ort eingearbeitet, im direkten Austausch mit der Person, die Sie begleiten, oder ihren Angehörigen.
Wichtiger sind
persönliche Eigenschaften: Zuverlässigkeit, Einfühlungsvermögen, ein offenes Wesen ohne Berührungsängste und Verschwiegenheit. Am Ende entscheidet, ob es zwischen Ihnen und der assistierten Person menschlich passt. Diese Passung wiegt schwerer als jedes Zeugnis.
Arbeitszeiten, die sich einrichten lassen
Ein Grund, warum der Beruf für Quereinsteiger, Studierende oder Wiedereinsteiger infrage kommt, sind die Arbeitszeiten. Möglich sind
Minijob, Teilzeit und Vollzeit; der Umfang bewegt sich üblicherweise zwischen 10 und 40 Wochenstunden. Bei der Dienstplanung wird die persönliche Situation berücksichtigt.
Neugierig geworden?
Ob dieser Beruf zu Ihnen passt, hängt weniger von Ihrem Lebenslauf ab als von Ihrer Haltung: Zeit für einen Menschen mitbringen, verlässlich sein, mit anpacken. Wenn Sie neugierig geworden sind, melden Sie sich gern bei uns – wir freuen uns Sie kennenzulernen!
Mehr zu unseren offenen Stellen finden Sie in unserem
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